Die Gastfamilie beim Schüleraustausch

    Gastfamilie Schüleraustausch
    Ihr habt Euch für einen Schüleraustausch entschieden oder denkt darüber nach Gastfamilie für einen Austauschschüler zu werden. Oder vielleicht seid ihr noch dabei eine Entscheidung zu treffen? Dabei gibt es bestimmt viele Fragen zu klären. Ganz besonders wichtig ist vor allem das Thema Gastfamilie. Egal ob Ihr selber ins Ausland geht, oder einen Austauschschüler aufnehmen werdet, Ihr werdet während Eures Schüleraustausches viel Zeit miteinander verbringen. Daher ist es wichtig, von Anfang an ein paar wesentliche Faktoren zu bedenken.

    Gastschüler aufnehmen: Was bedeutet das für die Familie? Was kommt auf uns zu?


    Ein Schüleraustausch bedeutet nicht nur, dass Du oder Euer Kind ins Ausland gehen wird, sondern in vielen Fällen auch, dass Ihr einen Austauschschüler aufnehmen werdet, der eine Zeit bei Euch wohnen und zur Schule gehen wird. Setzt Euch rechtzeitig mit den Gastfamilien Voraussetzungen auseinander. Unterschiedliche Anbieter werden unterschiedliche Bedingen an Euch stellen. Habt Ihr genug Platz, habt Ihr Zeit und auch Lust die Gastschülerin oder den Gastschüler willkommen zu heißen und ihr oder ihm eine schöne Zeit in Deutschland zu bescheren? Es ist sehr wichtig, sich vorher zu fragen: Was braucht der Austauschschüler? Und was könnt Ihr dazu beitragen, um Eurem Gast eine schöne Zeit zu bescheren?

    Macht Euch auch Gedanken über die Kosten und informiert Euch über mögliche Entschädigungen, die manche Vermittlungsagenturen bezahlen. Macht Euch bewusst, welche Kosten auf Euren eigenen Geldbeutel zukommen. Der Gastschüler wird Teil Eurer Familie sein, er wird ein und aus gehen, wie jedes andere Kind und wird dankbar Eure Tipps und Unterstützung annehmen. Versucht, möglichst viele Fragen vorher zu überdenken. So könnt Ihr Unstimmigkeiten während des Aufenthaltes vermeiden und ermöglicht Euch und Eurem Gast eine unvergesslich tolle Zeit.

    Gastfamilie in den USA: Unterschiede zu Deutschland


    Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – über 50 Prozent der jungen Leute entscheiden sich für ihren Schüleraustausch für die USA . Amerikaner sind in der Regel sehr gastfreundlich und offen, neue Leute kennenzulernen. Viele werden Dir neugierig begegnen und Dir viele Fragen über deine Herkunft stellen. Während Deutsche anfangs oft etwas zurückhaltend sind, sind Amerikaner meist sehr extrovertiert und für unser Empfinden vielleicht sogar zu freundlich. Es ist wichtig, sich auf die kulturellen Unterschiede einzulassen und ihnen offen gegenüberzutreten. Informiere Dich über den Lebensstil und überlege, ob Du dich damit wohl fühlst. Amerikanische Eltern sind zum Beispiel häufig strenger als deutsche. Oder vielleicht bist Du es auch gewohnt, viele Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen? Auch das ist in vielen Regionen der USA nicht üblich. Versuche, Dich vorab über möglichst viele kulturelle Unterschiede zu informieren, um Dir den Einstieg in das Leben Deines Gastlandes zu erleichtern. Dafür kannst Du im Internet nach Erfahrungsberichten von anderen deutschen Austauschschülern in den USA suchen.

    Gastfamilie: So klappt die erste Kontaktaufnahme


    Die Zeit ab der Deine Gastfamilie fest steht, ist in der Vorbereitung auf den Schüleraustausch die aufregendste. Denn dann wird alles wird plötzlich sehr real und Du fragst Dich: Wie ist die neue Gastfamilie? Und wie kann ich sie am besten kennenlernen? Du solltest auf jeden Fall schon vor Deiner Abreise Kontakt aufnehmen. Das ist kein großer Aufwand: Schicke eine E-Mail oder auch ganz "old school" einen Brief. Stell Dich selbst vor und zeige Interesse an Deiner Gastfamilie. Schlage am besten gleich vor, dass Ihr einmal skypen könnt. Persönliche Gespräche erlauben es, Euch vor dem Aufenthalt etwas kennenzulernen. So wird die erste persönliche Begegnung bestimmt viel entspannter.

    Trotz Allem werdet Ihr bei der Ankunft höchst wahrscheinlich nervös sein. Wie wird die Gastfamilie nur sein? Werden wir uns verstehen? Um das anfängliche Eis zu brechen, bringt doch einfach ein kleines Gastgeschenk mit. Vielleicht etwas ganz Traditionelles aus Eurem Land oder etwas, das Ihr ganz besonders gerne mögt? Das lockert die Stimmung und sorgt mit Sicherheit sofort für Gesprächsstoff.

    Wie gelingt die Eingewöhnung am besten?


    Neues Land, fremde Sprache, andere Familie und ganz weit weg von Zuhause – aller Anfang ist schwer, aber definitiv machbar! Doch was können beide Seiten zu einer gelungenen Eingewöhnung beitragen? Für den Austauschschüler heißt es vor allem Ablenkung: Sei offen für neue Leute, die fremde Kultur und alles, was es in Deinem neuen Zuhause zu entdecken gibt. Mach Ausflüge, lasse Dir die Gegend zeigen und versuche neue Leute kennenzulernen. Heimweh ist ganz normal, nicht nur am Anfang, sondern vielleicht auch einmal zwischendrin. Skype mit Deinen Lieben zuhause und lasse Dir kleine Päckchen schicken. Wichtig ist aber, dass Du in Deinem neuen Zuhause ankommst und dass Du dich auf das Leben dort einlässt. Denn dafür bist Du ja schließlich ins Ausland gegangen.

    Die Gastfamilie kann im Gegenzug mit viel Verständnis, Liebe und Ablenkung ihrem Gast den Start in der fremden Umgebung erleichtern. Da sie die ersten Bezugspersonen im Gastland sind, ist es besonders wichtig, dass der Austauschschüler sich wohl und geborgen fühlt. Ein fertig eingerichtetes Zimmer oder ein eigener kleiner Bereich, gibt dem Gastschüler sofort das Gefühl zuhause zu sein. Nehmt Euch Zeit für das neue Familienmitglied, zeigt ihm die Gegend und macht sie oder ihn mit der neuen Umgebung vertraut. Zeigt Eurem Familienmitglied auf Zeit ganz einfach, dass Ihr für es da seid und es zur Familie gehört.

    Falls die Chemie nicht stimmt: Gastfamilie tauschen


    Ihr seid in Eurer Gastfamilie angekommen, habt versucht Euch zu integrieren und trotz allem stimmt die Chemie einfach nicht? Oft braucht es etwas Zeit, sich zurecht zu finden und sich in einem fremden Umfeld einzugewöhnen. Wenn Ihr die Gastfamilie tauschen möchtet, überstürzt lieber nichts und seid Euch wirklich sicher, dass Ihr diesen Schritt gehen wollt. Jede Austauschorganisation hat dafür die richtigen Ansprechpartner vor Ort, die Euch dabei zur Seite stehen. Vielleicht hilft auch erst einmal jemand, der versucht zwischen Euch und der Gastfamilie zu vermitteln. Doch auch das mag nicht immer erfolgreich sein. Keine Angst, das ist noch lange kein Grund aufzugeben und abzureisen! Wenn es einfach nicht mehr geht, könnt ihr Eure Gastfamilie tauschen. Wichtig ist dabei nur, dass Ihr die Probleme ansprecht und offen damit umgeht. Wenn Ihr mit niemandem darüber sprecht, kann Euch auch niemand helfen.

    Der Gastfamilie danken


    Am Ende Eures unvergesslichen Aufenthalts, seid Ihr vielleicht super aufgeregt und freut Euch riesig wieder nach Hause zu kommen, aber sehr wahrscheinlich werdet ihr mit einem lachenden und einem weinenden Auge abreisen. Eure Gastfamilie ist vielleicht sogar etwas wie Familie für Euch geworden und ihr habt jede Menge neue Freunde gefunden. Vergesst daher nicht, Euch am Ende für die Zeit bei Eurer Gastfamilie zu bedanken. Schreibt einen Brief oder besorgt ein kleines Abschiedsgeschenk – nach der gemeinsamen Zeit fällt Euch bestimmt etwas ein, was Eure zweite Familie gerne mag. Viele Freundschaften bleiben über den Aufenthalt hinaus bestehen und vielleicht kommt ihr ja sogar noch einmal wieder zu Besuch.