Schüleraustausch Kanada



Schüleraustausch in den Kanada / Das Austauschjahr

Möchtest du während deiner Schulzeit ein halbes oder gar ein ganzes Jahr im Ausland verbringen, ist Kanada ein spannendes Ziel: Die Landschaft ist atemberaubend, die Menschen sind offen und freundlich und die Schulen gehören zu den besten der Welt. Du kannst deine Sprachkenntnisse sowohl in Englisch als auch in Französisch erheblich verbessern, und du kannst eintauchen in eine Kultur, die sich von der unseren gründlich unterscheidet. Ob du deinen Austausch selbst organisieren möchtest oder lieber auf eine Austauschorganisation vertraust, liegt in deinem Ermessen.

Visum unnötig

Anders als in den USA benötigst du für deinen Schüleraustausch in Kanada kein Visum. Allerdings musst du die „study permit“ (Erlaubnis zu lernen) beantragen, wenn du länger als sechs Monate bleiben möchtest. Und auch bei einem geplant kürzeren Aufenthalt kann es sich lohnen.

So beantragst du die „study permit“

Falls du länger als sechs Monate in Kanada zur Schule gehen möchtest, brauchst du die „study permit“. Um sie beantragen zu können, musst du einen „Acceptance Letter“ von einer „Designated Learning Institution“ (DLI) mit einreichen. Das ist die Bestätigung, dass du an einer Highschool in Kanada angenommen worden bist. Nötig ist auch ein Reisepass, der über die gesamte Dauer deines geplanten Aufenthalts gültig ist. Außerdem brauchst du eine Kreditkarte.

Die kanadische Botschaft in Berlin kümmert sich inzwischen nicht mehr um Visa- und ähnliche Angelegenheiten. Zum Glück kannst du dich von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus ganz einfach online anmelden und deinen Antrag einreichen – in manchen anderen Ländern müsstest du noch biometrische Daten von dir einschicken. Bei uns reicht es aber, wenn du dich auf der Website der kanadischen Einwanderungsbehörde (CIC) registrierst.

Du beantwortest einen Fragebogen, um festzustellen, ob du eine „study permit“ benötigst. Dann wird dir aufgelistet, welche Dokumente du beilegen musst. Man verlangt einen Scan oder ein Foto deines Reisepasses, ein Passbild, den Acceptance Letter und den Nachweis über genügend finanzielle Mittel, um für die Dauer deines Aufenthalts abgesichert zu sein. Nachdem du alle geforderten Dokumente eingescannt und hochgeladen hast, bezahlst du die Bearbeitungsgebühr von aktuell 150 kanadischen Dollar per Kreditkarte.

Bei kürzerem Aufenthalt trotzdem beantragen?

Willst du nur fünf Monate, also genau ein Schulhalbjahr lang, für deinen Schüleraustausch in Kanada bleiben, brauchst du die „study permit“ eigentlich nicht. Es kann sich aber dennoch lohnen, sie zu beantragen: Möchtest du am Ende deines Aufenthalts am liebsten noch länger bleiben, kannst du deine Austauschzeit ganz einfach verlängern, wenn du im Besitz der „study permit“ bist. Möchtest du dir die Option auf eine unkomplizierte Verlängerung offenhalten, kannst du den Antrag einreichen und deine Beweggründe im „Letter of explanation“ darlegen.

Die electronic Travel Authorization

Falls du keine „study permit“ beantragst, brauchst du die eTA, also die electronic Travel Authorization. Sie kannst du ebenfalls ganz unkompliziert auf der Website der CIC beantragen. Dafür brauchst du nur deinen gültigen Reisepass, deine Kreditkarte und eine aktuelle Mailadresse. Nachdem du einige Fragen beantwortet hast, bekommst du die eTA. Der Antrag kostet dich sieben kanadische Dollar. Falls du eine „study permit“ beantragst, ist die eTA bereits darin enthalten.

Wie früh beantragen?

Eigentlich geht die Bearbeitung deines Antrags recht schnell – es kann gut sein, dass du innerhalb eines Monats startbereit bist. Allerdings kann dir der Zufall einen Strich durch die Rechnung machen: Bist du älter als 18 Jahre, kann die Einwanderungsbehörde zum Beispiel ein polizeiliches Führungszeugnis verlangen. Manchmal werden auch ärztliche Untersuchungen gefordert. Die können sich hinziehen und so den Prozess um bis zu drei Monate verlängern. Fang also am besten frühzeitig an, deinen Schüleraustausch in Kanada zu planen.

Ein Extrafall: Québec

Québec bildet eine Ausnahme bei den kanadischen Provinzen: Möchtest du hier deinen Schüleraustausch in Kanada verbringen, musst du noch extra das QAC beantragen, das „Québec Acceptance Certificate“. Das tust du auf der Website der Einwanderungsbehörde Québec. Die Bearbeitungsgebühren liegen bei 111 kanadischen Dollar. Es dauert rund einen Monat, bis du das Zertifikat erhältst, also beantrage es möglichst frühzeitig.

Austauschorganisation oder selbst planen?

Es gibt zahlreiche Organisationen in Deutschland, die die Organisation deines Schüleraustausches in Kanada für dich übernehmen können. Sie haben Verbindungen zu zahlreichen Schulen und kennen oft auch Austauschfamilien vor Ort. Je nachdem, für welche Organisation du dich entscheidest, können die Kosten für den Aufenthalt weit auseinandergehen. Möchtest du zum Beispiel eine Privatschule besuchen, wird dein Austausch deutlich teurer als beim Besuch einer staatlichen Schule.

Ein Vorteil der Organisationen ist, dass sie sich mit den Unterschieden der verschiedenen Teile Kanadas perfekt auskennen. Sie geben dir Tipps hinsichtlich der Umgebung, der Sprachen und der Schulen. Außerdem erklären Sie dir genau, wie du die „study permit“ beantragst, und helfen dir bei allen offenen Fragen weiter. Vor Ort hast du zumeist einen Ansprechpartner, und die Frage deiner Weiterreise vom Flughafen zu deiner Gastfamilie wird ebenfalls geklärt.

Bei eigener Planung bist du deutlich freier, aber du musst selbst auch viel mehr herausfinden. Dazu zählen die Fragen, an welche Schulen du dich wenden kannst (sie müssen auf jeden Fall auf der DLI-Liste stehen, also für Austauschschüler passend sein), wie du eine Familie findest und wie dein Alltag ablaufen wird. Die eigene Organisation macht dich selbstständiger, hält aber auch Stolperfallen bereit. Lies dir am besten Berichte im Internet von ehemaligen Austauschstudenten durch, um von ihrer Erfahrung zu profitieren.

Anbieter Schüleraustausch Kanada

Der finanzielle Aspekt

Mit 150 kanadischen Dollar Bearbeitungsgebühr für die „study permit“ bist du bislang relativ günstig unterwegs. Allerdings ist ein Aufenthalt von fünf bis zehn Monaten in Kanada natürlich nicht günstig: Du musst die Flüge einrechnen, die Schulgebühren und die Lebenshaltungskosten. Die Schulgebühren sind von Provinz zu Provinz unterschiedlich, daher lassen sich die anfallenden Beträge nicht gut überschlagen. Fällt es dir oder deinen Eltern schwer, den notwendigen Betrag für deinen Schüleraustausch in Kanada aufzubringen, kannst du dich an das Auslands-BAföG-Amt wenden. Hier errechnet man, ob und mit welchen Summen du unterstützt werden kannst. Alternativ kannst du dich, wenn du gute Noten hast und eine Vorbildfunktion einnimmst, auch um ein Stipendium bewerben. Viele Austauschorganisationen bieten Stipendien für begabte und eifrige Schüler an. Wie der Bewerbungsprozess dafür abläuft, erfährst du auf den jeweiligen Websites der Organisationen.

Erste Kontaktaufnahme

Hast du im Alleingang oder über eine Organisation eine Familie gefunden, solltest du nicht zögern, sie zu einem ersten Kennenlernen zu kontaktieren. Videoanrufe sorgen schnell für eine gewisse Vertrautheit – deutlich mehr, als es die eher steifen Briefe von früher getan haben. Du kannst einen ersten Eindruck der Familie gewinnen und sie können schon einmal sehen, wer bei ihnen leben wird. Achte also darauf, dass du einen guten Eindruck machst! Lass dir ruhig auch etwas über die einzelnen Familienmitglieder erzählen: So fällt es dir leichter, passende kleine Mitbringsel auszuwählen. Entscheidet sich eine kanadische Familie dafür, einen Austauschschüler aufzunehmen, lädt sie häufig auch noch einen zweiten dazu ein. Sei also nicht überrascht, wenn du erfährst, dass außer dir noch ein Jugendlicher aus einem anderen Land bei der Familie lebt. Das ist besonders spannend, wenn dadurch eine weitere Kultur ins Spiel kommt, die du noch nicht kennst.

Den Horizont erweitern

Du wirst viel Zeit in der Schule verbringen – richtig viel Zeit. Nach dem Unterricht finden hier nämlich weitere Kurse und Aktivitäten statt. Aber lass dir zuerst einmal genau erklären, was für Unterricht du wählen kannst. Das Angebot ist bedeutend vielfältiger als bei uns und umfasst außer den hier bekannten Fächern je nach Highschool noch andere Dinge wie etwa Design, Wirtschaft, Fotografie, Ernährungswissenschaften, Automechanik, Elektrotechnik, Journalismus, Schreinern und vieles mehr.

Nachmittags hast du außerdem die Chance, einer der Nationalsportarten wie Eishockey und Lacrosse zu frönen, dich bei Football, Rugby oder Cross Country Running auszutoben, Theater zu spielen, im Debattierclub die passende Argumentation zu finden oder im Computerclub Dinge zu lernen, die sich später im Lebenslauf exzellent machen. Jede Aktivität, die du ausprobierst, bringt dir neue Bekanntschaften ein. So kannst du rasch Freunde finden, die deine Interessen teilen, und lernst den ganz eigenen Flair der kanadischen Highschool zu verstehen, der sich so von dem unserer Schulen unterscheidet. Du wirst ein unvergessliches Abenteuer erleben!


Links zum Artikel
Deutscher Fachverband Highschool



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