Vorbereitung des Schüleraustauschs


    Vorbereitungen für den Schüleraustausch


    Ein Schüleraustausch ist eine spannende Sache: Du wirst eine Zeit lang in einem anderen Land leben und auch dort zur Schule gehen. Das bedeutet, dass du sehr gute Möglichkeiten hast, deine Sprachkenntnisse weiterzuentwickeln, dass du die Kultur und das Leben ganz anders kennenlernen wirst als Tourist: Du lebst in einer Familie und teilst ihren Alltag. Natürlich musst du dich auf ein solches Abenteuer gut vorbereiten. Wie intensiv diese Vorbereitungen sind, hängt aber stark von der Art deines Aufenthalts an.


    Ein kurzer Austausch mit der Schule


    Viele Schulen in Deutschland haben Partnerschulen in anderen Ländern. Oftmals wird daher für einen bestimmten Jahrgang ein Austausch angeboten: Für etwa zwei oder drei Wochen fahrt ihr mit einer Gruppe in den Ort der Gastschule, und umgekehrt kommt eine Schülergruppe zu euch. Ein solcher Austausch findet oft mit Schulen aus den USA oder Großbritannien, aus Frankreich und aus Spanien statt – je nachdem, welche Sprachen in deiner Schule unterrichtet werden und wie groß die Nachfrage ist.


    Die Gastfamilie


    Bei einem solchen Austausch bekommst du von der Schule genau erklärt, um welche Dokumente du dich kümmern musst. Du wirst den größten Teil der Zeit mit deinem Gastbruder oder deiner Gastschwester verbringen, daher solltet ihr euch auf jeden Fall vorher kontaktieren. Tauscht E-Mail-Adressen aus oder eure Nummern, sodass ihr euch unproblematisch schreiben könnt. Auch Fotos könnt ihr so leicht austauschen. Auf diese Art habt ihr bereits das Gefühl, euch ein bisschen zu kennen, wenn ihr euch zum ersten Mal seht.

    Lass dir erzählen, wie viele Familienmitglieder es gibt, und bring ein paar kleine Geschenke mit. Das muss nicht Großartiges sein: Gern gesehen sind etwa Spezialitäten aus dem eigenen Land. In den USA staunt man immer wieder über die Qualität von deutscher Schokolade, und auch Haribo-Erzeugnisse oder Lebkuchen kommen gut an.


    Länger weg auf eigene Faust


    Möchtest du unabhängig von deiner Klasse oder deinem Kurs einen Austausch machen und länger in einem anderen Land bleiben, gibt es dafür viele Optionen. Am einfachsten ist es, wenn du dich an eine der zahlreichen Austauschorganisationen wendest. So bist du nicht festgelegt, in ein bestimmtes Land zu reisen, sondern kannst deinen eigenen Interessen und Neigungen folgen. Allerdings gibt es eine ganze Menge Dinge, die du im Vorfeld beachten musst.


    Ziel festlegen und Preise überprüfen


    Als Erstes musst du herausfinden, wohin du am liebsten fahren möchtest. Gibt es ein Land, das dich fasziniert und über das du gern mehr lernen möchtest? Reizt es dich, eine bestimmte Sprache zu lernen? Denn von deinem Ziel hängt es sehr stark mit ab, was für Kosten auf dich zukommen: Du verbringst ja nicht umsonst ein Jahr im Ausland.

    Lege also dein Ziel fest und dann schau dir die verschiedenen Organisationen an: Wie teuer wird es, in dein Traumland zu gelangen? Welche Services sind in dem Preis enthalten? Hast du zum Beispiel einen Ansprechpartner im Land, wenn etwas schiefläuft? Suche so nach einer Organisation, bei der der Preis für dich nicht utopisch ist und bei deren Angebot du dich gut aufgehoben fühlen würdest.


    Mit deiner Schule Rücksprache halten


    Wende dich mit deinen Plänen für ein Auslandssemester an deine Schulleitung: Gibt es etwas Bestimmtes, das du beachten musst, damit dein Auslandsjahr oder Auslandshalbjahr später anerkannt wird?


    Die Finanzierung


    Einige Tausend Euro kommen zusammen, wenn du ein Jahr in einem anderen Land zur Schule gehen möchtest. Das ist keine kleine Summe. Wenn deine Eltern dich nicht unterstützen können oder wollen, hast du noch andere Möglichkeiten, dir den Aufenthalt zu finanzieren: Für Schüler mit sehr guten Leistungen, mit sozialem Engagement oder mit herausragenden musischen oder künstlerischen Fähigkeiten werden zum Beispiel Stipendien vergeben.

    Auch mit dem Auslands-BAföG kannst du einen Teil der Kosten decken, und mit Nebenjobs besserst du während des Austauschjahres dein Taschengeld auf.


    Organisation sucht Familie


    Hast du die Frage der Finanzierung geklärt, kannst du dich mit deinem Anliegen an die Organisation deiner Wahl wenden. Sie sucht dir eine passende Gastfamilie und die richtige Schule heraus.

    Außerdem hat sie eine Menge Tipps für dich parat und erklärt, wie du zum Beispiel notwendige Visa beantragst. Manche Organisationen bieten für die angehenden Austauschschüler Seminare und Workshops, in denen sie auf das Leben im Zielland vorbereitet werden. Das verhindert, dass du aus Unwissenheit erst einmal in ein kulturelles Fettnäpfchen trittst.


    Deine Kontaktaufnahme


    Für viele Organisationen ist es eine Grundvoraussetzung, dass du deiner Gastfamilie einen ausführlichen Brief schreibst – in manchen Fällen entscheidet die Familie sogar erst danach, ob sie dich aufnimmt oder nicht. Gib dir also Mühe: Stelle dich vor und erkläre, was deine Beweggründe für das Austauschjahr sind. Warum möchtest du gerade in dieses Land reisen?

    Schreibe etwas über deine Familie, deinen Alltag, deine Interessen – kurz, sei offen und freundlich. Leg am besten auch ein paar Bilder bei. So hat die Familie schneller das Gefühl, dass sie dich bereits kennt. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn du die Sprache nicht perfekt beherrschst, schreib trotzdem so, wie es deinen Fähigkeiten entspricht. So weiß die Familie direkt, wie viel sie von dir in sprachlicher Hinsicht erwarten kann.


    Organisatorisches erledigen


    Ehe du aufbrechen kannst, musst du eine ganze Reihe Dokumente besorgen: Sind dein Personalausweis und dein Reisepass aktuell und lange genug gültig, bis du wieder da bist? Welche Visa brauchst du? Je nach Land solltest du unterschiedliche Impfungen vornehmen lassen. Beende außerdem anstehende medizinische Behandlungen und besorge dir notwendige Medikamente oder die Pille auf Vorrat.

    Beim Hersteller kannst du um eine englische Packungsbeilage bitten – es kann sein, dass du sie beim Zoll oder bei einem Arztbesuch in deinem Zielland vorzeigen musst. Kümmere dich um deinen Mobilfunkvertrag und um deine Mitgliedschaft in Vereinen, wenn du sie nicht einfach weiterlaufen lassen möchtest – monatlich zum Beispiel für ein Fitnessstudio zu zahlen, dass du ein halbes oder gar ein ganzes Jahr nicht besuchen wird, ist überflüssig.


    Für einen guten Start


    Achte beim Packen darauf, dass du alle wichtigen Dokumente im Handgepäck hast. Wenn du in deiner Familie ankommst, kannst du ihnen am ersten Tag die Gastgeschenke überreichen. Drück sie ihnen aber nicht einfach stumm in die Hände: Erkläre, was du ihnen mitgebracht hast und warum. Möchtest du lieber keine Lebensmittel mitnehmen, kann ein Bildband deiner Heimat sehr schön sein. So kannst du deiner Gastfamilie zeigen, woher du kommst und was die Besonderheiten deiner Gegend sind. Ein Gespräch darüber lässt sich leicht umlenken auf die Schönheiten deiner neuen Umgebung. Vielleicht schmiedet ihr schon erste Pläne darüber, was du während deins Aufenthalts sehen solltest?

    Du wirst von deiner Gastfamilie Regeln bekommen, und du solltest dich daran halten. Schließlich haben sie die Verantwortung für dich, und du bist Gast in ihrem Haus. Die Regeln zu übertreten, wäre unhöflich und undankbar. Wenn du dich einfügst, erlebst du ein tolles Auslandsjahr. Alles Gute dafür!